Spaghettieis macht nicht schneller

v. Stefan van Winden

Beim letzten Mal habe ich gesagt, ich mache es nie wieder. Ich hielt Wort und habe es „nie wieder gemacht“, beim Indeman 2017. Diesmal in der Nähe, ein familiärer Wettkampf und keine Berge, also Indeman.

Die Vorbereitung im Dezember/Januar beschränkte sich auf das Laufen, da ich die ersten drei Monate des Jahres 2017 bei einigen Wettkämpfen gemeldet war. Bis zum Halbmarathonwettkampf in venloop/NL konnte ich auch einige gute Ergebnisse einlaufen. „Schwimmen kannste und fürs Radfahren war das Trainingslager auf Malle im April gedacht“. Soweit die Theorie. Die Praxis sah dann mal wieder ganz anders aus.

Das Trainingslager auf Malle mit dem San Miguel Team ( Markus, Sascha und Uwe ) war absolut geil. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit dem Rad hatte alles gut geklappt und riesig Spaß gemacht. Allerdings sagte die Waage nach dem Trainingslager + drei Kilo. Kann nicht sein, woher kamen die? Mag an der abendlichen Teamverpflegung aus Hopfen und Kräutern gelegen haben.

Die verschwanden auch nicht wieder. Also Kondition aufrechterhalten mit Radeln , ein-zwei Mal laufen die Woche und schwimmen wie gehabt. Was soll schiefgehen, haste doch schon gemacht.
Richtig, aber da gab es nicht nach jeder Radtour ein Spaghettieis vom Italiener (Probiert es mal aus, zwei Eis auf der Zeitmaschine nach Hause zu bringen) und auch die Woche Urlaub auf Föhr, wo jeden Tag ein Lauf von mindestens 10 Kilometern auf dem Plan stand , brachte nicht die erwünschte und ersehnte Gewichtsabnahme. Irgendwie haben es die kleinen Kalorien geschafft selbst meine Wettkampfkleidung enger zu machen.

Der Tag X

Auf der Fahrt nach Aldenhoven machte mir schon mal jemand eine Kerbe in mein Stück Holz, indem er es aus Eimern Regnen ließ. Also Rad zusammenbauen (neue Zeitmaschine gewichtsoptimiert *grins* für die entscheidenden Sekunden) und Laufbeutel in der WZ II abgelegt. 66 Prozent des San Miguel Radteams getroffen ( Sascha und Markus ), kurzer Smalltalk und dann im Regen zurück zum Auto. Rest der Sachen aufgenommen und mit dem Rad zum Blausteinsee geradelt. Hier habe ich dann die fehlende Regenjacke sehnlichst vermisst. Am See angekommen Rad eingecheckt und mit dem Neo zum Start. Immerhin regnete es nicht mehr, dafür jetzt Wind. Windstärken 4 – 5.

10.15 Uhr Start. Ab ins Wasser. Aber was war das? Nach 500 Metern keinen Bock mehr, ich habe sogar ans Aufgeben gedacht, DNF, wollte nur noch zum DLRG Boot und raus hier. Das war die zweite Kerbe im Holz. Alles umsonst. Weiß nicht mehr was da noch alles war. Erstmal klar werden und 100 Meter Brust schwimmen.

Wie hatte Markus so schön gesagt, alles eine Willenssache. Den Willen wiederfinden und keine Feigheit vorm Feind. Gedanken über Bord geschmissen und kraulen. Komisch, jetzt ging es. Diesmal wurden sogar die Beine mitbewegt, somit konnte ich auch zum Rad gehen und nicht wanken.

Umgezogen und ab aufs Rad

Ging super, voll easy, hab ich mir gedacht. Konstant über 40 km/h. Mist, Rückenwind. Aber was kommt nach Rückenwind, richtig: Gegenwind und zwar nicht zu knapp. Teilweise waren die Böen so stark, dass ich
Schwierigkeiten hatte das Rad geradeaus zu lenken. Dann kamen sie wieder, die Zweifel, diesmal in Form einer Kampfrichterin. Diese saß mit ihrem Allerwertesten auf einem Mofa mit Kennzeichen AC….. und war definitiv kein Fortuna Fan, oder ihr gefiel mein Trikot nicht. „Ich solle gefälligst 12 Meter Abstand halten und mich zurückfallen lassen“. Kurze Diskussion über den Begriff 12 Meter bei dem Wind und weg war sie. Warum muss
ich mich hier auch noch anmachen lassen. Kerbe Nummer drei.

Dann kam die Durchfahrt durch den Tagebau, recht trügerisch. Tagebau, das sind tiefe Löcher. Also muss man da auch wieder raus, hab ich so gar nicht auf der Agenda gehabt. Aber hier kam mir das San Miguel Trainingslager zugute, Arsch aus dem Sattel und hoch da. Dann die ganze Runde noch einmal, war recht einsam. Aber es lief.

WZ II – Rad weg und Laufschuhe an und ab. Nach zwei Kilometern das erste Ziehen in der Wade. Ignorieren oder anhalten? Erst mal ignorieren. Ging aber nicht. Also anhalten dehnen und ein paar Meter gehen. Aldenhoven hat auch Hügel und bei jedem erklimmen dieser Erhebungen meldete sich die Wade. Es kam wie es kommen musste, Krampf. Suuuper. Passte irgendwie in den Tag. Kerbe Nummer vier.
Aber da war der Schweinehund wieder, ja oder nein. Hab mit ihm über fünf Kilometer diskutiert und ihm dann Hausverbot erteilt und ihm gesagt ich kann das und er soll sein Stück Holz mit den Kerben nehmen und sich zum Teufel scheren.

Weiter um die Menschenleeren Felder gelaufen

Zuschauer: Fehlanzeige, hätte ich jetzt gut gebrauchen können. Aber nix da. So lief ich dann auch die letzten zwei Runden, mit gelegentlichen Gehpausen an den Getränkestationen. Den Applaus habe ich mit aus dem Ort auf die Felder genommen, und dann ging es.
Es folgte das Abbiegen auf den Zielkanal, die Haare wurden gerichtet, die Startnummer nach vorne und versuchen so auszusehen als wäre es easy. Letzteres hat vielleicht nicht geklappt, aber die Zeit spricht trotz der Strapazen für sich.

5:38 Stunden Bombe, wer hätte das gedacht nach dem ganzen Krampf. Wo wäre ich gelandet wenn alles optimal gelaufen wäre. Die Frage beantworte ich mir vielleicht nächstes Jahr.

Fazit :
Fortuna kann alles.

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